Montag, 28. Dezember 2015

WEED-Aufruf: Chinesische Labour-Aktivisten freilassen!




Zwischen dem 3. und 5. Dezember wurden Labour-NGOs in der Provinz Guangdong Ziel einer harten und unerwarteten Verhaftungswelle. Mindestens vier Labour-NGOs sind betroffen und 25 Mitarbeiter und Helfer von NGOs wurden festgenommen und verhört, sieben von ihnen befinden sich noch immer in Polizeigewahrsam oder werden vermisst. Unter ihnen sind der Leiter des Panyu Workers’ Centre Zeng Feiyang und die Angestellte Zhu Xiaomei; der Direktor der Foshan Nanfeiyan Social Work Services Organization He Xiaobo; die Labour-Aktivisten Peng Jiayong, Deng Xiaoming, Meng Han und Tang Jian. Vier Personen - Zeng Feiyang, He Xiaobo, Zhu Xiaomei und Deng Xiaoming - befinden sich offiziell in Polizeigewahrsam. Die chinesische Regierung behauptet, die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit innerhalb der Landesgrenzen voranzutreiben, und setzt sich international für die Vorstellung eines friedlichen und zivilisierten Aufstieg ein. Dem steht jedoch entgegen, dass Lokalregierungen ihre Macht missbrauchen, Gewalt und Inhaftierung zur Einschüchterung und Unterdrückung von Arbeiterorganisationen einsetzen und chinesische Arbeiter daran hindern, ihre grundlegenden Arbeitnehmerrechte wie ihr Recht auf Streiks, Tarifverhandlungen und Gewerkschaftsfreiheit wahrzunehmen.

Neben WEED rufen weitere Organisationen und Einzelpersonen, die sich für die Stärkung von Arbeitnehmerrechten einsetzen, die chinesische Regierung auf:
1) die vorgenannten Labour-Aktivisten sofort freizulassen,
2) die Unterdrückung von Labour-Aktivisten, Arbeiterorganisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zu beenden und
3) die Freiheit und das Wachstum der Zivilgesellschaft zu respektieren und zu schützen, wie es die chinesischen Verfassung verlangt.
Initiatoren: Hong Kong Confederation of Trade Unions, Globalization Monitor
Quelle: WEED
Hier kann man die Petition unterschreiben: https://goo.gl/iaGLJh

Freitag, 18. Dezember 2015

Greenpeace: bald weniger Gift in unserer Kleidung



Nach einer Zwischenbilanz von Greenpeace sind Aldi, Lidl und Rewe/Penny, Tchibo und die schweizerische Kette Coop unter den Supermärkten die Trendsetter der sauberen Textilproduktion. Auf Druck der Detox-Kampagne von Greenpeace verbannen diese Händler laut Fortschrittsberichten bereits erste besonders schädliche Chemikalien. Zudem veröffentlichen sie Abwasserdaten und bringen Programme  für Rücknahme  und Recycling auf den Weg. Detox-Schlusslichter sind Edeka/Netto, Norma, Metro/Real sowie Interspar aus Österreich und Migros aus der Schweiz. Keines der Unternehmen will bis 2020 konsequent entgiften. „Was erschwinglich ist, sollte auch sauber sein. Aldi, Lidl, Penny und Tchibo beweisen das nun: Sie sind stramm auf Entgiftungs-Kurs. Höchste Zeit für Premium-Supermärkte wie Edeka nachzuziehen“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Als weitere Supermarkt-Kette verpflichtet sich heute Kaufland mit seinen 1300 Filialen in Deutschland und Osteuropa, bis 2020 giftfrei zu produzieren. Der Lebensmittelhändler gehört wie Lidl zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe. Kaufland setzt sich mit seiner Verpflichtung sogar an die Detox-Spitze: Kaufland wird zunehmend hochwertige Kleidung herstellen, die länger hält und besser zu recyceln ist. „Das ist angesichts wachsender Altkleiderberge wichtiger denn je, denn lange Haltbarkeit und reparaturfreundliches Design sind das Zukunftsprogramm für die Branche“, sagt Brodde.  

Gebrauchte Klamotten zurück in die Supermärkte bringen!

Mit Kaufland sind es nun 33 internationale Marken, die sich gegenüber Greenpeace verpflichtet haben, bis 2020 schrittweise alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Die zum Färben und Ausrüsten eingesetzten Substanzen verschmutzen Gewässer besonders in den asiatischen Herstellungsländern. Als Detox-Trendsetter führt Greenpeace die Firmen, die mit dem Bann von besonders gefährlichen Schadstoffen wie Weichmachern, Alkylphenolethoxylaten oder per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) im Plan sind. Diese Firmen wollen bis 2020 komplett entgiften: Sie haben eine umfangreiche Liste aller gefährlichen Substanzen veröffentlicht, die aus der Produktion verschwinden sollen.  Außerdem werden die Supermärkte in Kürze mindestens 80 Prozent ihrer Abwasserdaten veröffentlicht haben. Bei Aldi, Lidl, Rewe/Penny und Coop belegen dies unter anderem glaubwürdige Fortschrittsberichte. Besonders die Trendsetter Lidl, Tchibo und Rewe/Penny investieren in die Herstellung recyclingfähiger Textilien. Die Wiederverwertung von Textilien hilft den Verbrauch knapper frischer Fasern zu senken und die Umwelt zu entlasten. Damit Kleidung recycelbar ist, arbeiten die Supermärkte an schadstofffreier Produktion. Außerdem entwerfen sie bereits Rücknahmesysteme für die Läden und arbeiten an Designs, die die alten Kleider wiederverwerten. „Jetzt sind die Kunden gefragt: Bringen Sie Ihre getragenen Klamotten in die Supermärkte zurück. Umso schneller werden die Supermarkt-Ketten mit dem Recycling beginnen“, sagt Brodde.
Quelle: Greenpeace

Hier geht es zur Greenpeace Detox-Zwischenbilanz

Samstag, 12. Dezember 2015

Noch ist Zeit für … einen fair gehandelten Weihnachtsbaum



Weihnachten steht schon fast vor der Tür. Und damit die Frage nach dem richtigen Weihnachtsbaum. Seit vier Jahren werden in der Bundesrepublik Weihnachtsbäume aus fairem Handel angeboten. Ihr Name: Fair Trees. Rund 24 Millionen Weihnachtsbäume werden im Advent überall in Deutschland von Rostock bis Rosenheim aufgestellt. Rund 80 Prozent davon sind Nordmanntannen: Wunderschön gleichmäßiger Wuchs, sie vertragen die Zimmerwärme und sie piksen nicht. Seit vier Jahren gibt es auch Weihnachtsbäume aus fairem Handel in Deutschland zu kaufen. Ihr Erkennungszeichen: An der Spitze des Baumes leuchtet ein geschütztes Namensetikett. Das Besondere: Für jeden verkauften Baum geht eine Spende nach Georgien, wo die Samen der Nordmanntannen herkommen. So kann man sich einen prächtigen Baum ins Wohnzimmer holen und gleichzeitig etwas Gutes tun. 50 neue Verkaufsplätze Im vergangenen Winter wurden davon bereits 100.000 Stück an rund 100 Standorten in fast allen Gebieten der Bundesrepublik verkauft. Jetzt kommen noch einmal 50 Verkaufsplätze für die fair gehandelten Nordmanntannen hinzu. Bei  Facebook lassen sich die Aktivitäten der Fair Trees Stiftung live verfolgen. Und auf der Homepage unter www.fairtrees.de kann jeder Interessent sofort sehen, wo der nächstgelegene Händler die Bäume für das gute Gewissen anbietet. Und wenn der doch zu weit entfernt sein sollte: Erstmalig bieten auch zwei Online-Händler an, den Wunschbaum per  Paketsendung pünktlich zum Fest direkt nach Hause zu schicken. Ein Händler verkauft sogar Fair-Trees Bio-Bäume, teilweise aus seiner eigenen deutschen Anzucht, teilweise aus Dänemark.

Sicher arbeiten bis hoch in den Baumspitzen

Fair Trees ist eine Erfolgsgeschichte, an der das Interesse der Verbraucher an fair gehandelter Ware abzulesen ist. Seit Beginn des Verkaufs im deutschsprachigen Raum 2012 konnte die Marke Fair Trees jedes Jahr mit rund 30 Prozent Zuwachs glänzen. Die  Fair Trees Stiftung wurde 2007 von der dänischen Samenhändlerin Marianne Bols gegründet, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Zapfenpflücker im georgischen Kaukasus zu verbessern. „Rund 90 Prozent der Samen für die in Europa verkauften Nordmanntannen kommen von dort aus der Region Tlugi“, erläutert Marianne Bols. „Und das ist eine bitterarme Gegend.“ In Georgien liegt der Durchschnittsverdienst im Jahr bei 2.200 Euro. Und selbst davon können die Saisonpflücker in den Gebirgswäldern nur träumen. Bols zahlt überdurchschnittliche Löhne. Sie versorgt die Arbeiter mit professioneller Kletterausrüstung, damit sie die Tannenzapfen sicher in der Spitze der bis zu 60 Meter hohen Baumriesen ernten können. Der Fair Trees Stiftung geht es auch um nachhaltige Wertschöpfung. Deshalb kümmert sie sich um die Lebensbedingungen im Ort. In Tlugi hat sie die Grundschule renoviert und mit Lehrmaterial ausgestattet. Die Lehrer erhielten Computer für ihre Unterrichtsvorbereitung. Den Sportsaal bedeckt jetzt raumfüllend eine Ringermatte, eine große Attraktion in einem ringsportbegeisterten Land wie Georgien. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen für Imker und Kerzenzieher. Und mittlerweile erhalten sechs begabte junge Leute aus dem Ort Universitätsstipendien, ohne die sie niemals eine Hochschule hätten besuchen können. Das neueste Projekt der Fair Trees Stiftung ist die Errichtung einer Zahnklinik, ausreichend für rund 750 Kinder der gesamten Region.

Soziale Mitverantwortung für Produkte

Die Marke Fair Trees ist von der dänischen Fair Trade Organisation anerkannt. Fair Seeds ist Mitglied der globalen Dachorganisation  World Fair Trade Organization (WFTO). Aus Samen von Fair Seeds entstehen die Fair Trees Tannen. „Jeder verkaufte Baum erbringt 67,5 Cent für die Fair-Trees-Sozialprojekte“, erklärt der Münchner Großhändler Markus Schauer, der die Produzentenbetreuung für den deutschsprachigen Raum organisiert. Auf Anhieb konnten so 2012 knapp 40.000 Euro gesammelt werden, 2014 waren es bereits rund 70.000 Euro. In einem armen Land wie Georgien bedeutet das eine Menge. „Mit jedem Fair-Trees-Baum leisten wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der georgischen Zapfenpflücker. Wir übernehmen als Produzent und Händler eine soziale Mitverantwortung für unsere Produkte. Darauf können wir stolz sein“, sagt Schauer. „Fair zum Menschen, fair zur Umwelt, fair im Preis!“
UD/pm, Bild: bolsforst.dk

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Erfolgreiche Unterschriftenkampagne von "Make Chocolate Fair!"



Die europäische Schokoladenindustrie hat sich zum ersten Mal öffentlich dazu bekannt, dass sie sich an der Berechnung eines existenzsichernden Einkommens für Kakaobauernfamilien beteiligt. Damit gehen die Schokoladenunternehmen nach zwei Jahren intensiver Kampagnenarbeit auf eine der zentralsten Forderungen von Make Chocolate Fair! ein. Eine transparente Berechnung für ein existenzsicherndes Einkommen ist eine entscheidende Grundlage dafür, dass Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis für ihren Kakao erhalten. Auslöser für die Ankündigungen des Europäischen Süßwarenverbandes (CAOBISCO) war die Übergabe von knapp 123.000 Unterschriften, die Vertreterinnen und Vertreter der Kampagne Make Chocolate Fair! aus zwölf verschiedenen Ländern am 2. Dezember an CAOBISCO überreicht haben. „Make Chocolate Fair!" hat es geschafft, dass die Schokoladenunternehmen die kritischen Stimmen europäischer Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger ignorieren können“, sagt Evelyn Bahn. „Das zeigt, wie wichtig und wirksam öffentlicher Druck in der Auseinandersetzung um globale Gerechtigkeit ist.“
 

Die Industrie beim Wort nehmen

Sabine Nafziger, Geschäftsführerin von CAOBISCO, versprach bei der Übergabe außerdem, dass europäische Schokoladenunternehmen ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit beschleunigen werden. „Make Chocolate Fair! wird genau verfolgen, wie sich die Schokoladenindustrie diesem Thema in den nächsten Monaten annimmt“, kündigte Bahn an. „Wenn Schokoladenunternehmen den Kampf gegen Kinderarbeit wirklich beschleunigen möchten, dann müssen sie die Armut unter Kakaobauernfamilien bekämpfen.“ Die Geschäftsführerin von CAOBISCO nannte zudem als wichtiges Instrument zur Zertifizierung und Rückverfolgung von nachhaltigem Kakao die Entwicklung des europaweiten CEN/ISO-Standards. Auch das ist aus der Perspektive von Make Chocolate Fair! ein grundsätzlich hilfreicher Prozess. Bisher ist allerdings noch völlig offen, wie hoch die Kriterien des CEN/ISO-Standards gesteckt werden. Er darf auf keinen Fall hinter den bereits bestehenden Standards von Fairtrade, UTZ und Rainforest Alliance zurückfallen. „Solange ein europäischer Standard nicht existiert, müssen Schokoladenunternehmen Kakao durch bestehende Systeme zertifizieren lassen.“
Quelle und Bild: Inkota.de

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Test Kuscheltiere – nachhaltige Investmentfonds – Palmölstudie

Wenig Kuscheliges

Mit kaum einem anderen Spielzeug kommen Kinder schon so früh und so lange in Berührung – zum Kuscheln eignen sich dennoch nur wenige der 30 Plüschtiere im aktuellen Test der Stiftung Warentest. Zwei Drittel der Teddys, Katzen und Mäuse im Test fallen wegen Schad­stoffen oder gerissener Nähte durch − darunter auch Plüschtiere namhafter Hersteller wie Käthe Kruse, Kösen, Sigikid und Steiff. Drei Kuscheltiere halten die recht­lichen Vorgaben nicht ein.

Hier geht es zum Test
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Nachhaltige Investmentfonds im Test

Das Thema Nachhaltigkeit trifft den Nerv der Zeit, das lässt sich nicht nur am Bio-Boom ablesen. Auch für ihre Geldanlage suchen immer mehr Menschen nach sauberen Alternativen und wollen es genauer wissen: Wie grün ist eigentlich ein vermeintlich grüner Fond und gibt es überhaupt so etwas wie eine grüne Rendite? Fragen, auf die Öko-Test in seiner jüngsten Ausgabe 10/2015 eine Antwort suchte – und fand.

Mehr zum Test hier
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Neue Südwind-Studie: „Palmöl – der perfekte Rohstoff?"

Die Produktion von Palmöl ist nicht nur mit erheblichen ökologischen sondern auch mit vielen sozialen Problemen verbunden. Die jetzt erschienene Studie „Palmöl – der perfekte Rohstoff? Eine Industrie mit verheerenden Folgen“ beleuchtet diese Probleme. Sie stellt auch klar, dass es bei den Zertifizierungsverfahren von nachhaltigem Palmöl noch immer erhebliche Defizite gibt.

Quelle: Stiftung Warentest, Ökotest, UD

Mittwoch, 25. November 2015

Greenpeace-Umfrage: Wegwerfware Kleidung


Selbst wenn sich die Kleiderstange biegt und die T-Shirts aus der Kommode quellen, der Spruch „Ich hab nix anzuziehen!“ geht vielen trotzdem leicht über die Lippen. Eine neue Greenpeace-Umfrage belegt das widersprüchliche Verhältnis der Deutschen zur Mode. 5,2 Milliarden Kleidungsstücke liegen in den deutschen Schränken, 40 Prozent davon werden selten oder nie getragen. Denn mal eben schnell ein Oberteil kaufen oder eine Hose mitnehmen gehört zum Lebensstil vieler Konsumenten: Preiswerte Modehausketten wie Zara, Primark und H&M machen brandneue Komplettoutfits erschwinglich, auch wenn die Partyklamotte danach für immer in der Schublade landet – oder in der Altkleidersammlung. Die Deutschen sortieren schnell wieder aus, bei Schuhen wird dies besonders deutlich: Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr, kaum einer repariert Kleidung noch. Das ist eines der besorgniserregenden Ergebnisse der repräsentativen Umfrage des Instituts Nuggets. Im Auftrag von Greenpeace befragten die Marktforscher 1011 Personen zwischen 18 und 69 Jahren zu ihrem Umgang mit Mode. Zeitlos und strapazierfähig soll Kleidung sein? Von wegen: „Mode ist zum Wegwerfartikel verkommen und genauso kurzlebig wie Plastiktüten oder Einweg-Geschirr“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Frauen besitzen durchschnittlich 118 Kleidungsstücke, Männer 73 Teile, ohne Strümpfe und Unterwäsche. Immerhin ein Drittel der Deutschen hat aber mindestens doppelt so viele Teile im Schrank.

Die Hälfte der Deutschen war noch nie beim Schneider

Knapp zwei Drittel sortiert Kleidung aus, wenn sie nicht mehr gefällt; ein Drittel will einfach Platz schaffen im Schrank. Und obwohl alles im Überfluss vorhanden ist, wird bei gerissenen Nähten und kaputten Absätzen nicht einfach repariert, sondern neu gekauft: Ist ja so günstig. Die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht, über die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen war noch nie beim Schuster. Alternativen sind für die große Mehrheit noch immer sehr exotisch: 83 Prozent der Deutschen haben noch nie Kleidung getauscht, zwei Drittel noch nie welche verliehen, über die Hälfte noch nie Kleidung weiter verkauft. Am ehesten geben die Deutschen Kleidung im Bekanntenkreis weiter. „Um den Kleiderkonsum zu drosseln, müssen die einfachen Alternativen Tauschen und Teilen zur täglichen Routine werden wie Zähneputzen“, sagt Brodde. „Angebote dafür gibt es genug – sei es die Tauschbörse im Internet, der Flohmarkt oder die Kleidertauschparty um die Ecke.“ Die Wegwerfmentalität geht zu Lasten der Umwelt und Gesundheit, „denn die Kleidung wird mit Hunderten giftiger Chemikalien produziert“, so Brodde. Auch da gibt es einen Widerspruch. Denn eigentlich wünschen sich die Verbraucher mehr Nachhaltigkeit auf Seiten der Textilfirmen: Knapp die Hälfte hätte gern Garantien auf Kleidung oder recyclingfähige Kleidung. Greenpeace kämpft seit Jahren für eine saubere Textilindustrie. Bereits 32 Firmen von H&M über Adidas bis Lidl haben sich auf eine giftfreie Kleidungsproduktion verpflichtet. Auch beim Verbraucher muss ein Umdenken stattfinden: Gebraucht statt neu kaufen, reparieren statt wegwerfen, zertifizierte Produkte statt billiger Massenware. Doch der ist nicht alleine gefragt: Modeketten können diesen Wandel aktiv beschleunigen, zum Beispiel indem sie für Qualität statt Quantität stehen und Reparatur-Services oder Upcycling-Kollektionen anbieten – für ein neues, anderes Mode-Bewusstsein.
Quelle: Greenpeace / Weiland