Sonntag, 29. Dezember 2013

Auf Wiedersehen im neuen Jahr




Liebe Blogleser,

ein abwechslungsreiches Jahr neigt sich seinem unvermeidlichen Ende entgegen, der Countdown läuft auf Hochtouren. Wir möchten uns an dieser Stelle für die rege Inanspruchnahme unseres Blogangebots bedanken und hoffen, dass Ihnen/Euch der Mix aus fairen und nachhaltigen Themen gefallen hat. In nur wenig mehr als einem Jahr sind wir bei über 160 Blogbeiträgen angelangt und im neuen Jahr werden viele weitere folgen.
Wir wünschen Ihnen/Euch/uns ein friedliches 2014 in der Hoffnung, dass es allen benachteiligten Menschen und Mutter Erde besser als bisher gehen möge.


Besinnliche Grüße, 
das Team von „Fair einkaufen – aber wie“?


Freitag, 27. Dezember 2013

Dossier: "Outdoorbekleidung – Mehr als grüne Mäntelchen?"



Wer nachhaltige Outdoorbekleidung kaufen will und nicht alles glaubt, was sich selbst „grün“ nennt, hat es schwer. Das aktuelle Dossier der Naturfreunde Internationale „Outdoorbekleidung – Mehr als grüne Mäntelchen“ wirft einen Blick hinter die Kulissen der Textilindustrie und gibt Konsumentinnen und Konsumenten wertvolle Tipps für den Einkauf. 

Viele Fragen – und die Antworten 

Worauf muss ich achten, wenn ich umweltfreundliche Outdoorbekleidung kaufen will? Wie steht es mit den sozialen Bedingungen, unter denen Outdoorbekleidung produziert wird? Auf welche Gütesiegel kann ich als Konsumentin und Konsument vertrauen? Wie pflege ich Outdoorbekleidung umweltfreundlich? Und welche Bedeutung haben Upcycling und Recycling im Outdoorbereich? Diesen Fragen, die kritische Konsumentinnen und Konsumenten bewegen, geht das neue Dossier der NFI nach. 



Dienstag, 24. Dezember 2013

Greenpeace-Untersuchung: Fisch im Verkauf nicht nachhaltig genug



Das Fischsortiment im deutschen Lebensmitteleinzelhandel stammt nach einer Greenpeace-Untersuchung nur zu knapp einem Viertel aus ökologisch nachhaltigen Fischerei und Aquakultur. Greenpeace hatte von Juli bis August bundesweit in 91 Filialen von 17 Unternehmen das Fischsortiment untersucht.  Dazu gehören alle Fischprodukte aus der Tiefkühl-, Frischfisch- und Kühltheke sowie dem Dosenregal. Die Stichprobe umfasste rund 15.000 Artikel. "Das Sortiment hat sich im Vergleich zu 2010 bezüglich der Nachhaltigkeit zwar von 16 auf knapp 22 Prozent verbessert. Das ist aber zu wenig, um die Fischbestände zu schützen. Denn es heißt auch, dass über Dreiviertel der Waren noch immer nicht nachhaltig sind", sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. "Hier ist der Lebensmittelhandel in der Pflicht", so Menn. 

Markenprodukte sind schlecht gekennzeichnet

Damit die Verbraucher die ökologisch nachhaltigen Produkte erkennen, müssen diese vollständig gekennzeichnet sein. Greenpeace fordert, dass auf der Verpackung neben dem deutschen und lateinischen Artnamen, das spezifische Fanggebiet und die Fangmethode sichtbar sein müssen. Gleiches gilt für die Aquakulturen: Hier müssen das Herkunftsland, die Region, die Farm und die Zuchtmethode vermerkt sein. Doch auch bei Kennzeichnung gibt es noch hohen Nachholbedarf: Auch hier sind lediglich knapp ein Viertel der Produkte in den Theken und Regalen vollständig gekennzeichnet. Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2010 von acht auf 24 Prozent. Auffällig allerdings ist, dass die Eigenmarkenprodukte der Handelsketten besser gekennzeichnet sind als Markenprodukte. "Unternehmen wie zum Beispiel Costa, Lysell, Laschinger, Saupiquet blockieren die Bemühungen des Lebensmittelhandels für ein ausreichend gekennzeichnetes Sortiment", stellt Menn fest. 

Reform der EU-Fangquoten?

Greenpeace nimmt seit sieben Jahren den Lebensmittelhandel mehr in die Verantwortung zum Schutz der Fischbestände. Wie wichtig das Engagement des Lebensmittelhandels ist, zeigt sich bei der Vergabe der Fischfanquote, über die die EU-Fischereiminister heute und morgen entscheiden. In den vergangenen Jahren wurde der Profit über die wissenschaftlichen Empfehlungen gestellt – zum Schaden der Fischbestände. Nach der im Juni verabschiedeten Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik dürfen die Fangquoten ab 2014 nicht über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen. Das muss nun umgesetzt werden, damit mehr ökologisch nachhaltige Produkte in den Handel gelangen, fordert die unabhängige Umweltschutzorganisation. Die Stichproben wurden in folgenden Unternehmen genommen: Kaufland, Lidl, Aldi Nord, Aldi Süd, Netto Stavenhagen, Tegut, Kaiser’s Tengelmann, Norma, Selgro, Edeka und Netto Markendiscount (beide: Edeka AG), Real und Metro Cash & Carry (beide: Metro Group), Penny, Toom und REWE (alle drei: REWE Group), Combi (zu: Bünting).

Hier geht es zur Sortimentserhebung von Greenpeace:

Samstag, 21. Dezember 2013

Nachhaltigkeit ja, aber bitte billig!


Biogemüse, Biofleisch, nachhaltig produzierte Biobaumwolle – aber bitte vom Discounter. Sechs von zehn Deutschen achten auf nachhaltig hergestellte Produkte, aber nur 35 Prozent sind bereit, auch mehr dafür zu bezahlen. Dies ergab eine international durchgeführte Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos.


Türkei vor Deutschland


Mit den Ergebnissen in Bezug „auf nachhaltig produzierte Produkte achten“ liegt Deutschland über dem globalen Durchschnitt: Lediglich jedem zweiten Weltbürger  (51%) ist dies wichtig, aber immerhin 38 Prozent sind im weltweiten Durchschnitt bereit, dafür mehr zu zahlen. Auch europaweit liegen die Deutschen mit ihrem „grünen Empfinden“ zusammen mit den Bürgern aus der Türkei an der Spitze. Allerdings ist auch in der Türkei die Bereitschaft, für nachhaltige Produktion auch mehr zu zahlen, mit 54 Prozent sehr viel höher als in Deutschland. Vor allem in Deutschland zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem  Alter und der Einstellung zur Nachhaltigkeit. Je älter die Bürger sind, umso wichtiger ist es: Mehr als zwei Drittel der 50 bis 64-Jährigen achten auf nachhaltig produzierte Waren. Die Zahlungsbereitschaft verhält sich dagegen umgekehrt: Während 31 Prozent der Älteren auch mehr für diese Produkte zahlen würden, sind es 38 Prozent der bis 35-Jährigen.

Weltweite Diskrepanz zwischen „Absicht“ und  ihrer „Umsetzung“


In Europa bilden die Polen das Schlusslicht, nur vier von zehn Bürger dort legen Wert auf „grüne“ Produkte, jeder Fünfte würde mehr dafür zahlen. Weltweit interessieren sich die Japaner am wenigsten für nachhaltig produzierte Waren (17%), und nur 13 Prozent würden auch mehr dafür zahlen. Die Bevölkerung in Argentinien dagegen achtet weltweit am meisten auf umweltverträgliche Produktion, sieben von zehn Bürgern dort ist dies wichtig, aber nur jeder Zweite würde auch mehr dafür bezahlen. Ein ausgewogenes Verhältnis dagegen zeigt sich in Indonesien: Zwei Drittel der Bürger sind für Nachhaltigkeit und 59 Prozent wären bereit, mehr dafür zu bezahlen. Dort wird offensichtlich bereits akzeptiert, dass diese Produkte einen gewissen Preis haben müssen.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Den Palmölangriff auf den Amazonas stoppen!




Die Abholzung des Amazonas-Regenwalds geht unvermindert weiter.  In Peru kaufen Palmölfirmen und ausländische Spekulanten von der Regierung riesige Urwaldgebiete  – obwohl es gesetzlich verboten ist, Primärwald abzuholzen. Etwa 10.000 Hektar Regenwald fielen bereits illegal den Motorsägen zum Opfer, um Platz für Ölpalm-Monokulturen zu schaffen.

Bis zu 100.000 Hektar Regenwald von Abholzung bedroht

Vergeblich protestierten die Einwohner bei ihrer Regierung. Erst als Umweltaktivisten die lokale Presse informieren und die illegale Regenwaldzerstörung auf den Titelseiten erscheint, reagieren die Behörden und veranlassen eine Untersuchung vor Ort durch Polizei und Staatsanwalt. Die Durchsuchung einer der Ölpalmplantagen kann die Projekte nur kurze Zeit stoppen. Inzwischen ist bekannt, dass die Plantagenfirmen in Peru die Abholzung von 100.000 Hektar Amazonasregenwald für Ölpalmen beantragt haben. Das soll nur der Anfang sein, hinter den Kulissen geht es schon um Millionen Hektar für Palmöl.

Mitmachen: Petition unterschreiben und ...

Noch ist es nicht zu spät. Der Widerstand gegen die Abholzer organisiert sich – und das unter großer Gefahr: Die Aktivisten und der Staatsanwalt erhalten nun Morddrohungen. Doch die Menschen wollen den Amazonasregenwald bewahren – und lassen sich nicht einschüchtern. Die Umweltorganisation „Rettet den Regenwald“ unterstützt die peruanischen Aktivisten und bittet um Unterschriften für eine Petition an die Regierung gegen die Zerstörung dieses einzigartigen Ökosystems für monströse Ölpalmplantagen.

... für den Erhalt des Waldes spenden

Die Einwohner und Umweltschützer in Peru bitten um Spenden für ihre Arbeit. „Wir müssen vor allem die Bevölkerung mobilisieren. Wir wollen die Menschen in den weit verstreut im Amazonasregenwald gelegenen Dörfern über die Palmölprojekte und deren Folgen aufklären”, schreiben sie aus Peru. Rettet den Regenwald will den Urwaldbewohnern helfen, sich gegen die Palmölfirmen und den Landraub zu wehren und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln. Sie brauchen Unterstützung für Workshops in den Gemeinden, rechtliche Beratung, für Reisekosten, Informationsmaterialien.


 

Montag, 16. Dezember 2013

Der Krieg ums Nashorn und Elfenbein



30.000 tote Elefanten, 668 tote Nashörner, 80 tote Wildhüter: Das ist nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF die traurige Bilanz des vergangenen Jahres. “Elfenbein und Nashorn stehen heutzutage auf einer Stufe mit Blutdiamanten, über deren Erlöse sich auch Terrorzellen und Rebellengruppen finanzieren können”, schreibt der WWF. Auf den globalen Schwarzmärkten kostet Nashorn mehr als Gold oder Kokain. Ob als Schmuck getragen oder als Arznei verwendet, der Preis für das illegal gehandelte Horn ist mit 20.000 bis 60.000 US-Dollar pro Kilogramm enorm. Nach Schätzungen von Naturschutzgruppen wie dem WWF und den afrikanischen Behörden setzen die Händler jedes Jahr zwischen 8 und 19 Milliarden Dollar um.

Schwer bewaffnete Wilderer, schlecht ausgerüstete Ranger

Das Vorgehen der Wilderer wird dabei zunehmend brutaler. Die kriminellen Strukturen sind mafiös und die Tiere sind ihren Peinigern beinahe schutzlos ausgeliefert. Die Jagdmethoden reichen von Betäubungspfeilen über Bolzen aus einer Armbrust bis hin zu Großkaliber- und Sturmgewehren. Einmal zur Strecke gebracht entfernen Wilderer mit Macheten oder sogar Kettensägen den zum Teil noch lebenden Tieren Stoßzähne und Hörner. Die Wildhüter kommen oft zu spät. Zwischen den Kadavern der Tiere deuten nur noch Patronenhülsen und Zigarettenkippen auf das blutige Werk der Wilderer hin. Im Hwange Nationalpark in Simbabwe vergifteten Wilderer kürzlich mehr als 300 Elefanten mit Zyanid, berichtet der  Telegrah. Es ist das größte Massaker an Elefanten seit 25 Jahren. Damit erreicht die Profitgier der Wilderer ein neues Ausmaß. Die Zustände in den Nationalparks sind zum Teil bürgerkriegsähnlich. Mit Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen versuchen die Wildhüter das Geschäft zu unterbinden. Doch gegen die bis an die Zähne bewaffneten Wilderer sind die jungen, oft schlecht ausgerüsteten Wildhüter meist chancenlos.

Hauptabnehmer China, Vietnam, Jemen

Der illegale Handel mit Nashorn, Elfenbein und anderen Produkten geschützter Tierarten rangiert auf Platz vier der lukrativsten Verbrechen der Welt, gleich hinter Waffen-, Drogen-, und Menschenhandel. Er boomt seit sechs Jahren. Ein Auslöser für die erhöhte Nachfrage beispielsweise in Vietnam soll ein hoher vietnamesischer Regierungsbeamter gewesen sein, der behauptete, seine Krebserkrankung mit dem Pulver aus Horn geheilt zu haben. “Genauso gut könnte man Fingernägel kauen”, sagt Sylvia Ratzlaff vom WWF. Denn Horn besteht aus Keratin, Hauptbestandteil von Haaren und Fingernägeln. Die mit Abstand meisten Abnehmer findet das graue Gold Afrikas auf den Märkten Chinas, Vietnams und zunehmend im Jemen. In einigen Kulturen gilt das Horn eines Rhinozeros als Statussymbol. Andernorts wird es pulverisiert als Wundermittel gegen Krankheiten gepriesen.

Terroristen finanzieren sich mit Tiermord

Aber auch Rebellengruppen machen verstärkt Jagd auf die Dickhäuter. Ein Beispiel ist die Sudanesische Volksbefreiungsarmee, die mit Granaten und Panzerfäusten Jagd auf Elefanten machte. Auch die unter Führung von Joseph Kony stehende “Widerstandsarmee des Herrn” aus Uganda, steht im Verdacht mit Elfenbein zu handeln, um so ihre Waffen zu finanzieren. Berittene Dschandschawid, die für den Mord an tausenden Zivilisten im sudanesischen Darfur verantwortlich gemacht werden, erschossen im letzten Jahr in wenigen Wochen 350 der 1500 Elefanten im Kameruner Nationalpark Bouba Ndjida. In Kenia soll die islamistische Al Shabaab-Miliz in das Geschäft verwickelt sein.

Verhaltene Maßnahmen

Die Regierungen der betroffenen Länder reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen. Die Obama-Administration vernichtete am vergangenen Wochenende symbolisch die amerikanischen Lagerbestände an Elfenbein. Auch in vielen afrikanischen Ländern werden immer wieder illegale Tierprodukte verbrannt, um sie dem Markt zu entziehen. Der Erfolg ist allerdings kaum messbar. Pro Tag werden weiterhin zwei bis drei Elefanten und Nashörner getötet. Die Verluste könnten bald nicht mehr durch die Geburtenrate kompensiert werden. Inzwischen hat die US-amerikanische Regierung eine Million Dollar auf die Ergreifung der Händler der illegalen Tierprodukte ausgesetzt. Das Kopfgeld gilt in erster Linie Mitgliedern des sogenannten Xaysavang Netzwerkes, dass von Laos aus operiert.