Samstag, 20. Mai 2017

Nachhaltige Geldanlagen: Divestment - weg von Kohle und Massentierhaltung



Zwei Beispiele, die zeigen, was möglich ist:


Schmutzige Geldanlagen: Münster steigt aus, Dortmund macht weiter
Investitionen in fossile Energien sind in Zeiten des Klimawandels höchst umstritten. Doch gerade Kommunen und Länder tun sich schwer, von den sterbenden Energieriesen zu lassen – wie in Nordrhein-Westfalen, wo Politik und Kohleindustrie traditionell eng miteinander verbunden sind. Dabei könnte es so einfach sein, zeigt das Beispiel Münster.

So will ein reicher Vegetarier in vierzig Jahren Massenhaltung von Tieren beenden
Der britische Vermögensverwalter Jeremy Coller bläst zum Rückzug aus Unternehmen, die ihr Geschäft mit Fleisch aus industrieller Landwirtschaft machen. Er und Investoren mit fast zwei Billionen Dollar Vermögen drohen McDonald’s oder Nestlé mit Kapitalentzug, sollten sie sich nicht von der Massentierhaltung verabschieden.

Quelle: Greenpeace Magazin


Freitag, 12. Mai 2017

Neuer kostenloser Fair Fashion Guide



Hintergründe zu nachhaltiger Mode und wie sie öko-fair hergestellt wird

 „Der Fair Fashion Guide ist ein Plädoyer für den Kleiderschrank der Zukunft und will dazu anregen Mode mit gutem Gewissen zu leben. Mit Interviews, Modestrecken und Tipps zum Nachstylen, in einer Bildsprache, die der jungen Zielgruppe aus Magazinen vertraut ist, ohne diese kritiklos zu bedienen“, sagt Friederike von Wedel, Chefredakteurin. Auf 34 Seiten zeigen Profi-Models faire Mode, die unter menschenrechtlich verantwortlichen Bedingungen hergestellt wurde. Außerdem gibt es Tipps zum nachhaltigen Konsum: von der Kleiderpflege über's Teilen und Tauschen bis zum Up-Cycling. Vor allem aber beleuchtet der Fair Fashion Guide alle Hintergründe: Er weist auf die wahren Kosten der Mode hin, stellt die komplexen Lieferketten der Modeindustrie dar und ermuntert dazu, mit einem Blick in den Kleiderschrank der Zukunft den eigenen Konsum zu überdenken. Er erläutert die verschiedenen Umwelt- und Sozialsiegel und listet Internetportale auf, über die man öko-faire Kleidung erhalten kann. Die Frauenrechtsorganisation FEMNET, Mitglied der Clean Clothes Campaign, hat den Fair Fashion Guide zusammen mit dem Beneficial Design Institute Berlin (Friederike von Wedel-Parlow, Chefredaktion) und Nicole Hardt (Creative Direction) erstellt. Sie haben für den Guide mit einem professionellen Team aus Modefotografen, Kamera- und Tonexperten, Redakteuren, Illustratoren, Stylisten und Make-up-Artisten zusammengearbeitet.
Quelle: femnet.de

Donnerstag, 4. Mai 2017

Banken in Deutschland nicht nachhaltig



Die Finanzkrise hat nicht dazu geführt, dass die deutschen Banken ihr Geschäftsmodell überprüft und nachhaltig ausgerichtet haben. Auch die Bundesregierung hat bisher zu wenig getan, um den Finanzsektor wirklich zukunftsfähig auszurichten. Dies ist jedenfalls das zentrale Ergebnis einer Expertenbefragung, die das Beratungsunternehmen imug Ende 2016 durchgeführt hat. 35 unabhängige Experten aus der Wissenschaft, den NGOs und den Medien wurden vom imug nicht nur zur Finanzbranche generell, sondern auch nach einzelnen Instituten befragt. Bei den 10 untersuchten Universalbanken schnitten die Volks-und Raiffeisenbanken, die Spardabank und die Sparkassen am besten ab. Übersetzt man die Bewertungen in Schulnoten, dann kommt aber auch die Spitzengruppe nur auf ein „Befriedigend“ (Schulnote 3). Schlusslichter waren hier die Deutsche Bank, die Targobank und die Postbank. Bei Werten zwischen 2 und 3 Punkten (von 10) ist das ein „Mangelhaft“.



Bei der Nachhaltigkeit von Banken geht es aus Sicht der Experten ums Kerngeschäft. Werden im Kreditgeschäft mit Firmenkunden Nachhaltigkeitskriterien beachtet? Bieten die Banken nachhaltige Produkte an? Und achten sie in ihrem Eigenanlagen auf spezielle Nachhaltigkeitsthemen? „Diese Experteneinschätzung deckt sich in vielen Punkten mit dem, was wir von den Kunden wissen,“ hebt Dr. Ingo Schoenheit vom imug hervor. Er sieht die zukünftige Berichterstattung der Finanzinstitute in einer Dilemmasituation. Nicht selten wurde in der Vergangenheit über Energie- und Papiereinsparungen in der Geschäftstätigkeit berichtet. Gerne auch über die umfangreichen Sponsoringprogramme von Sportvereinen und Kulturevents. Weder für Kunden, noch für Experten sind diese Themen wichtig, wenn es um die Nachhaltigkeit einer Bank geht. Von der Bundesregierung wurde im März dazu rückwirkend zum 01. Januar 2017 ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem auch die größeren Finanzinstituten verpflichtet, regelmäßig über wichtige nichtfinanzielle Fragen ihrer Geschäftstätigkeit zu berichten.
Quelle: UD/PM, Grafik: imug

Mittwoch, 26. April 2017

Wegweiser durch das Label-Labyrinth



Ob im Supermarkt, im Kaufhaus oder im Netz: Wer ethisch konsumieren will, bewegt sich durch ein Labyrinth aus Siegeln und Standards. Doch was genau verbirgt sich hinter den bunten Logos und den wohlklingenden Versprechen? Was wird durch die gängigen Siegel, Standards und Initiativen eigentlich verbessert? In dieser vollständig überarbeiteten Neuauflage des Wegweisers der Christlichen Initiative Romero (CIR) wurden die bekanntesten Label aus den Bereichen Lebensmittel und Textilien genauer unter die Lupe genommen. Das Handbuch hilft das kritische Urteilsvermögen zu schulen und führt durch das unübersichtliche Label-Labyrinth. 

Samstag, 15. April 2017

Fusionen stoppen, Konzernmacht begrenzen



Wenige Tage nach der Bekanntgabe der EU-Kommission, auch die zweite Mega-Fusion der Agrarchemie- und Saatgutkonzerne zu genehmigen, rufen 24 Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke dazu auf, das Wettbewerbsrecht schärfer zu fassen. In der Erklärung heißt es: „Große, international tätige Konzerne haben vielfältige Möglichkeiten, Preise für Verbraucher*innen anzuheben, Löhne zu senken und mit Patenten sowie anderen Formen geistigen Eigentums den Zugang zu landwirtschaftlichen Produktionsmitteln wie Saatgut und genetischen Ressourcen zu blockieren. Mit der Marktmacht steigt auch der direkte und indirekte Einfluss der Konzerne auf nationale und internationale Politik.“

Konzernmacht hat Auswirkungen auf die Länder des globalen Südens

Anlässlich der aktuellen Fusionswelle im Agribusiness fordern die Organisationen im Forum Umwelt und Entwicklung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen heutiger Fusionskontrolle dringend zu reformieren, um Mega-Fusionen wie die jüngst genehmigten von Dow und DuPont sowie ChemChina und Syngenta in Zukunft verhindern und rückgängig machen zu können. Sie erklären: „Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Fusionsanmeldungen verdoppelt und das Volumen der einzelnen Fusionen deutlich vergrößert. Gleichzeitig werden immer weniger Fusionen untersagt. Von den jährlich nahezu 1000 angemeldeten Fusionen stoppt das Bundeskartellamt weniger als 10. Das ungebrochene Wachsen und Fusionieren der großen Konzerne wird seit Jahrzehnten von der Öffentlichkeit zwar wahrgenommen – die Regeln dahinter werden aber viel zu wenig diskutiert.“ Im Jahr 2015 hatte das Europäische Wettbewerbs-Kommissariat von über 300 Fusionsanträgen keinen einzigen abgelehnt, nur in 18 Fällen erteilte es Auflagen für die Unternehmen. Dabei kritisiert der Aufruf auch die blinden Flecken des Wettbewerbsrechts: „Obwohl die Macht der großen Konzerne gravierende Auswirkungen auf die Länder des globalen Südens hat, verharrt Wettbewerbspolitik auf nationaler Ebene und betrachtet vor Entscheidungen die Folgen von Fusionen in Drittstaaten nicht.“
Quelle: gen-ethisches-netzwerk

Sämtliche unterzeichnenden Organisationen:
Forum Umwelt und Entwicklung
Aktion Agrar
Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW)
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall
BUNDjugend
Christliche Initiative Romero (CIR)
Coordination gegen Bayer-Gefahren CBG
Die Bäcker – Zeit für Geschmack e.V.
Dorfkäserei Geifertshofen
Ecoland e.V.
FIAN - FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL)
Gen-ethisches Netzwerk e.V. (GeN)
Goliathwatch (i.G.)
INKOTA-netzwerk e.V.
Konsum rEvolution Berlin
Naturfreunde Deutschlands
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
Save our Seeds (SOS)
Slow Food Deutschland
Stiftung Haus der Bauern
Stop Bayer-Monsanto
Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein

Samstag, 8. April 2017

Deutsche Bahn stellt die Weichen auf Fairen Handel



Seit April serviert die Deutsche Bahn (DB) in ihren ICE- und IC-Zügen nur noch Fairtrade-zertifizierten Kaffee aus dem Hause Dallmayr. Auch die übrigen Heißgetränke (Trinkschokolade der Marke Cocoya und Teesorten der Marke Eilles, beide von Darboven) wurden auf fair gehandelte Rohstoffe umgestellt. Damit verpflichtet sich die DB zu einem ethisch vertretbaren Handel und wird einer der größten gastronomischen Anbieter von fair gehandeltem Kaffee in Deutschland. Allein im Jahr 2016 wurden an Bord von ICE und IC 174 Tonnen Kaffee verbraucht. Das sind über zehn Millionen Tassen. Hinzu kamen 2,2 Millionen Teebeutel und 25 Tonnen Trinkschokolade. Im Bordbistro gibt es zudem 20 Cent Preisnachlass pro Heißgetränk für einen mitgebrachten Mehrwegbecher. „Es ist uns wichtig, dass wir als einer der größten Kaffeeabnehmer Deutschlands auch soziale Standards setzen und damit unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, erklärt Verena Händel, Leiterin Produktmanagement Bordgastronomie von DB Fernverkehr. „Unsere Gäste können so Premiumkaffee genießen und gleichzeitig etwas Gutes für die Kaffeebauern in den Anbauregionen tun.“
Informationen zum aktuellen Speise- und Getränkeangebot im Fernverkehr der DB unter bahn.de/bordgastronomie.
Quelle: Fairtrade Deutschland; Foto: Deutsche Bahn